Funktioniert Ihr SAP-Zahlungsverkehr auch nach dem 14. November 2026 noch wie erwartet?

Am 14. November 2026 endet eine wichtige Übergangsphase im Schweizer Zahlungsverkehr. Ab diesem Zeitpunkt gelten die ISO-20022-Meldungsversionen V2019 gemäss den Swiss Payment Standards.

Für Unternehmen mit SAP geht es dabei um mehr als den Austausch einer XML-Version. Auch Stammdaten, SAP-Konfiguration, kundeneigene Erweiterungen, Bankanbindungen und Rückmeldungen müssen zusammenspielen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:

„Haben wir pain.001 aktualisiert?“, sondern: „Haben wir den Zahlungsprozess End-to-End geprüft?“

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Fünf Prüfpunkte vor dem 14. November

Ob ein Unternehmen für ISO 20022 V2019 bereit ist, hängt von der jeweiligen SAP- und Prozesslandschaft ab. Die folgenden fünf Fragen helfen dabei, offene Punkte frühzeitig zu erkennen.

01 — Welche pain.001-Version erzeugt Ihr SAP-System?

Eine der sichtbarsten Änderungen betrifft den Zahlungsauftrag:

Wenn Ihr Unternehmen Standard-Zahlungsformate verwendet, kann die Umstellung vergleichsweise unkompliziert sein. Enthält der Zahlungsprozess jedoch eigene Formatbäume, Mappings oder andere Anpassungen, wird eine andere Frage entscheidend:

Welche Einstellungen erzeugen heute tatsächlich die produktive Zahlungsdatei?

Erst wenn die Punkte bekannt sind lässt sich beurteilen welche Anpassungen für V2019 wirklich notwendig sind.

02 — Was passiert auf dem Rückweg?

Bei Zahlungsprojekten liegt der Fokus oft zuerst auf der Datei, die aus dem ERP an die Bank gesendet wird. Der Prozess endet dort aber nicht.

Auch die relevanten camt.052, camt.053 und camt.054-Meldungen wechseln auf eine neue Version.

BANK → KONTOAUSZUG (CAMT-MELDUNGEN) → SAP

Ein vollständiger Test verfolgt den Prozess weiter: Wurde die Datei akzeptiert? Liefert die Bank die erwarteten Informationen zurück? Können die Informationen im ERP eingelesen werden? Funktioniert die anschliessende Verarbeitung weiterhin korrekt?

Ausgehende Zahlung und Rückweg gehören zum selben Test.

03 — Wird aus der neuen Versionierung ein Stammdatenthema?

Das ist wahrscheinlich einer der weniger offensichtlichen Aspekte der Umstellung. Ab dem 14. November 2026 sind rein unstrukturierte Adressen für Zahlungsaufträge nicht mehr zulässig. Je nach Angebot der jeweiligen Bank können strukturierte oder hybride Adressen verwendet werden.  

Eine Adresse, die für andere Geschäftsprozesse bisher ausreichend gepflegt war, erfüllt deshalb nicht automatisch alle Anforderungen des zukünftigen Zahlungsverkehrs. Die Analyse kann bis in die Kunden-, Lieferanten- und Business-Partner-Stammdaten führen.

Damit kann aus einer Formatumstellung schnell auch ein Stammdatenthema werden und verändert möglicherweise auch wer in die Umstellung einbezogen werden muss.

04 — Welche kundeneigenen Anpassungen sind betroffen?

In gewachsenen SAP-Zahlungslandschaften finden sich häufig individuelle Erweiterungen:

  • kundeneigene DMEE-/DMEEX-Formatbäume
  • bankspezifische Mappings
  • Transformationen in der Middleware
  • individuelles Zahlungs-Customizing
  • weitere kundeneigene Entwicklungen

Solche Erweiterungen sind nicht automatisch problematisch. Entscheidend ist zu Wissen wo sie eingesetzt werden und welchen Einfluss sie auf die erzeugten Zahlungsdateien haben.

Ein Readiness Check sollte deshalb immer prüfen ob und wenn vorhanden welche kundenspezifischen Logiken im tatsächlichen Zahlungsprozess verwendet werden.

05 — Wurde der Zahlungsprozess End-to-End getestet?

Kann der gesamte Zahlungsprozess von SAP über die Bank und wieder zurück nach SAP erfolgreich durchlaufen werden?

Dafür müssen Stammdaten, Zahlungslauf und Customizing, Dateierstellung, Übertragung, Bankverarbeitung, Statusrückmeldung und die Verarbeitung der Kontoinformationen zusammenspielen.

Ein erfolgreich erzeugtes XML-File ist ein wichtiger erster Schritt. Ein End-to-End-Test ist es noch nicht.

Wie viele der fünf Fragen können Sie sicher beantworten?

Wenn alle fünf Punkte geklärt sind, haben Sie bereits eine gute Ausgangslage. Wenn bei einzelnen Punkten die Antwort lautet „Das müssen wir noch prüfen“, ist auch das eine wichtige Erkenntnis: Sie wissen frühzeitig, wo noch etwas offen ist.

Möchten Sie Ihre Situation zuerst selbst prüfen?

Wir haben die wichtigsten Fragen in einem ausführlicheren SAP ISO 20022 V2019 Readiness Assessment zusammengefasst.

Das Assessment hilft an den Zahlungsprozessen beteiligte Teams und Fachbereiche ihre Zahlungslandschaft strukturiert zu prüfen und mögliche Handlungsfelder vor dem 14. November 2026 zu erkennen.

SAP ISO 20022 V2019 Readiness Assessment

Prüfen Sie Zahlungsformate, SAP-Konfiguration, Stammdaten und Adressanforderungen, Banken und Schnittstellen sowie den Stand Ihrer End-to-End-Tests.

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Möchten Sie die Punkte lieber gemeinsam durchgehen?

Wenn Sie die fünf Prüfpunkte gemeinsam auf Ihre Systemumgebungen anwenden möchten, unterstützen wir Sie dabei in einem kostenlosen Readiness Check.

Nicht sicher, wo noch Handlungsbedarf besteht?

Wir prüfen es gemeinsam mit Ihnen.

In einer fokussierten 60-minütigen Session betrachten wir Ihre aktuelle SAP-Zahlungslandschaft und den Stand Ihrer V2019-Vorbereitung.

Ziel ist keine allgemeine Präsentation zu ISO 20022. Wir möchten gemeinsam herausfinden, was bereits abgedeckt ist, was noch geprüft werden muss, wo mögliche Risiken liegen und was als Nächstes zu tun ist.

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Wie läuft die 60-minütige Session ab?

Wir verschaffen uns einen Überblick über Ihre SAP-Umgebung, Banken, Zahlungssetup und den aktuellen Stand der Vorbereitungen zu V2019.

Gemeinsam schauen wir die Themen an, die für Ihre Landschaft wirklich relevant sind. Das können kundeneigene Zahlungsformate, Adress- und Stammdaten, Bankanforderungen, Schnittstellen, pain.002-/camt-Verarbeitung oder der Stand Ihrer End-to-End-Tests sein.

Ziel der Stunde ist nicht, ein 30-seitiges Assessment zu produzieren. Es geht darum zu unterscheiden, was bereits abgedeckt erscheint, was noch verifiziert werden sollte und was als Nächstes zu tun ist.  

Der Readiness Check eignet sich besonders für Teams an der Schnittstelle von SAP Finance, Treasury, SAP Application Management, Integration, Bankkommunikation und Stammdaten.

Mehr als ein Formatwechsel

ISO 20022 V2019 betrifft zwar konkrete Meldungsversionen, die Auswirkungen reichen aber durch den gesamten Zahlungsprozess.

Stammdaten liefern die notwendigen Informationen. Zahlungslauf, Zahlwege, Formatbäume und kundeneigene Erweiterungen bestimmen wie SAP die Zahlung erzeugt. Schnittstellen und Middleware übertragen oder verändern Daten. Die Bank validiert und verarbeitet die Meldung. Status- und Kontoinformationen fliessenanschliessend wieder zurück nach SAP.

Deshalb sollte V2019 nicht als isoliertes XML-Format-Update betrachtet werden.

SAP-Expertise. Schweizer Kontext.

Conactive arbeitet seit fast 30 Jahren mit Unternehmen die SAP im Einsatz haben in der Schweiz.

Unsere Projekte verbinden SAP-Anwendungen, Daten, Integrationen und Geschäftsprozesse. Gerade im Zahlungsverkehr ist diese Breite wichtig weil die Prozesse häufig mehrere Systeme, Schnittstellen und Verantwortungsbereiche betreffen.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert am 14. November 2026?

Die Parallelphase der bisherigen Meldungsversionen endet. Ab diesem Zeitpunkt gelten die relevanten ISO-20022-Meldungsversionen V2019 gemäss den Swiss Payment Standards.

Welche pain.001-Version ändert sich?

Für Zahlungsaufträge erfolgt der Wechsel von pain.001.001.03 auf pain.001.001.09.

Welche camt-Meldungen sind betroffen?

Die relevanten camt.052-, camt.053- und camt.054-Meldungen wechseln auf die entsprechenden V08-Versionen.

Ist das nur ein Thema für SAP Finance?

Nein. Je nach Systemlandschaft können unter anderem Finance und Treasury, SAP Application Management, Integration und Middleware, Bankkommunikation, Stammdatenverantwortliche und Prozessverantwortliche beteiligt sein.

Müssen die Stammdaten überprüft werden?

Ja. Zahlungsrelevante Adressdaten sollten überprüft werden. Rein unstrukturierte Adressen sind ab dem 14. November 2026 nicht mehr zulässig. Je nach Bank können strukturierte oder hybride Adressen verwendet werden.

Reicht es aus, wenn SAP erfolgreich eine V2019-Zahlungsdatei erzeugt?

Nein. Zum Gesamtprozess gehören auch die Übertragung an die Bank, Validierung und Statusrückmeldung, die Verarbeitung der camt-Meldungen sowie die weitere Verarbeitung und Verbuchung in SAP. Deshalb empfehlen wir einen End-to-End-Test mit den relevanten Banken.

14. NOVEMBER 2026

Klären Sie offene Punkte, bevor sie im Test zum Problem werden.

Wenn Ihre SAP-Umgebung Zahlungsdateien mit Schweizer Banken austauscht und bei einem der fünf Prüfpunkte noch Fragen offen sind, können Sie auf zwei Arten starten.

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Daniel Leal

Berater für Daten- und KI-Infrastruktur

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