Schweizer Zahlungsverkehr 2026: Was jetzt im SAP-System zu prüfen ist

Der Schweizer Zahlungsverkehr steht vor dem nächsten Formatwechsel. Ab dem 14. November 2026 gelten neue Vorgaben für den elektronischen Datenaustausch mit den Banken. Zu diesem Zeitpunkt wird auf die ISO 20022 Version 2019 umgestellt und die frühere Version 2009 kann nicht mehr verwendet werden.  

Die betroffenen Zahlungsformate, Stammdaten und Systemeinstellungen sollten daher überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Ohne eine entsprechende Vorbereitung besteht das Risiko, dass nach dem Stichtag Zahlungsaufträge abgelehnt werden oder elektronische Kontoauszüge nicht wie gewohnt verarbeitet werden können.

Was ändert sich mit ISO 20022 V2019?

Mit V2019 werden neue Meldungsversionen für Zahlungsaufträge und die Verarbeitung von Kontoinformationen eingeführt. Zudem steigen die Anforderungen an die Adressangaben, die im Zahlungsverkehr übermittelt werden.

Ziel dieser Anpassungen ist es den Zahlungsverkehr weiter zu harmonisieren und die übermittelten Daten eindeutiger verarbeiten zu können. Die Angaben zu den beteiligten Parteien müssen deshalb künftig strukturierter übermittelt werden als bisher. Rein unstrukturierte Adressen sind ab dem Stichtag nicht mehr zulässig.

Die folgende Grafik zeigt den Unterschied zwischen einer unstrukturierten und einer strukturierten Adresse auf einem Zahlungsträger:

Bei einer strukturierten Adresse werden die einzelnen Adressbestandteile auf separate Felder aufgeteilt. Dadurch können die Angaben im Zahlungsverkehr eindeutiger zugeordnet und verarbeitet werden.  

Das bedeutet jedoch auch, dass Unternehmen ihre Stammdaten bereits im ERP-System ausreichend strukturiert pflegen müssen. Dazu gehört beispielweise, dass die Strasse und Hausnummer möglichst getrennt erfasst werden.

Was sollte im SAP-System geprüft werden?

• Relevante SAP Notes prüfen und umsetzen

• Neue Formatbäume für ISO 20022 V2019 einspielen oder bestehende Versionen aktualisieren

• Kundeneigene DMEE-/DMEEX-Formatbäume und Erweiterungen überprüfen

• SAP-Customizing für die Zahlungsprozesse prüfen und bei Bedarf anpassen

• Bankenstammdaten prüfen und aktualisieren

• Kunden-, Lieferanten- und Business-Partner-Stammdaten prüfen

• Unvollständige oder nicht ausreichend strukturierte Adressen bereinigen

• Bankspezifische Anforderungen und Testmöglichkeiten frühzeitig klären

• Zahlungsdateien, Bankrückmeldungen und elektronische Kontoauszüge testen

Nach der Umsetzung sollten idealerweise Tests durchgeführt werden, die den gesamten Prozess abdecken: von der Erstellung der Zahlungsdatei in SAP über die Übermittlung an die Bank bis zur Verarbeitung der Bankrückmeldung und des elektronischen Kontoauszugs.

Dabei sollten auch unterschiedliche Zahlungsarten, Empfängerkonstellationen, Währungen und Sonderfälle getestet werden.

Gut vorbereitet in die Umstellung

Die Umstellung auf ISO 20022 V2019 betrifft mehrere Bereiche gleichzeitig. Wir unterstützen Verantwortliche und Fachanwender dabei den konkreten Handlungsbedarf zu ermitteln, die notwendigen Anpassungen im System vorzunehmen und die Prozesse vor dem Stichtag End-to-End zu testen. Dabei bringen wir unsere langjährige Erfahrung im Zahlungsverkehr ein und begleiten Sie von der Analyse bis zur Umstellung.

Sie möchten wissen wo in ihrem SAP-System Handlungsbedarf besteht? Wir unterstützen und beraten Sie gerne persönlich.

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Dario Fiorentino

Berater Finanzen & Controlling

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